Screening des Films „Pyrgoi 1944“

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Arbeiten wie im Mittelalter

Von Kurt Stenger, nd Die Woche:
Arbeiten wie im Mittelalter
Griechische Regierung führt Möglichkeit eines 13-Stunden-Tages ein.
Unternehmer feiern Flexibilisierung
Auch zwei Generalstreiks konnten es nicht verhindern: Das griechische Parlament stimmte am Donnerstag mit der Mehrheit der konservativen Regierungspartei Neue Demokratie (ND) einem heftig umstrittenen Arbeitsgesetz zu. Dieses führt die Möglicheit eines 13-Stunden-Tages und weitere Maßnahmen für »Hyper-Ausbeutung« ein, wie die Gewerkschaften kritisieren.
Bei der dreitägigen Debatte in Athen kam es zum Schlagabtausch mit den Oppositionsparteien, die die Rücknahme des Gesetzentwurfs wegen verfassungsrechtlicher Einwände verlangten. »Allein die Tatsache, dass wir hier über einen solchen Gesetzentwurf diskutieren, ist inakzeptabel, beschämend und rückständig«, kritisierte Efi Achtsioglou, Abgeordnete der Syriza-Abspaltung Neue Linke. Laut Dimitrios Mantzos von der sozialdemokratischen Pasok wird die Reform »die Arbeitsbeziehungen deregulieren, die Arbeitsplatzunsicherheit erhöhen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben beeinträchtigen«.
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Veranstaltungen zur Unterstützung der besetzten Häuser Prosfygika in Athen

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Mitsotakis im Krieg gegen die inneren Feinde

Die Namen der 57 Toten von Tempi vor dem Denkmal des Unbekannten Soldaten

Wir berichteten über den Hungerstreik von Panos Routsis vor dem Parlamentsgebäude, der zu einem großen Erfolg führte.(1) Einen Beitrag zum Ende des Hungerstreiks gaben wir den Titel Routsis habe „das Mitsotakis-System besiegt“. Die Antwort des Ministerpräsidenten zeigt ihn als würdigen Jünger von Donald Trump. Er sagt kein Wort zum breit öffentlich ausgetragenen Streit um die Forderungen von Panos Routsis. Routsis forderte eine Exhumierung, um feststellen zu lassen, ob es sich überhaupt um Überreste seines Sohn handelt, und um untersuchen zu lassen, ob Explosionsstoffe nachweisbar sind – was die ungeheuere Explosion erklären könnte, die so viele Menschen tötete. Dass illegale Explosionsstoffe im Zug waren, hatte Mitsotakis hastig ausgeschlossen – ohne dass Untersuchungsergebnisse vorlagen. In seinem Staat ist halt alles gut.
Nach 23 Tagen des Hungerstreiks von Panos Routsis und einer gewaltigen Solidarisierung mit ihm waren der „Stabsstaat“ (1 Wikipedia?) von Mitsotakis und seine Justiz gezwungen, nachzugeben.
Mitsotakis war natürlich not amused. Und er rächte sich á la Trump. Natürlich äußerte er sich über ein soziales Medium – wie Trump (2). Er verkündete am Sonntag: Weil er für die Zukunft ausschließen werde, dass unwürdige „Veranstaltungen“ vor dem Denkmal des Unbekannten Soldaten (3) stattfinden, lasse er noch innerhalb einer Woche ein Gesetz verabschieden, das „die ausschließliche Verantwortung für den Schutz und den ordnungsgemäßen Betrieb des Unbekannten Soldaten“ dem Verteidigungministerium überträgt. Das Gesetz soll bereits heute (15.10.) im Parlament eingebracht werden.
Zuletzt war es die Obristendiktatur, die bis 1974 das Militär auf dem Syntagma-Platz verhindern ließ, dass dort unerwünschte Versammlungen stattfanden.
Mitsotakis macht es Trump nach: Auch er setzt Militär gegen die „inneren Feinde“ ein.

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Vater von Tempi-Opfer besiegt das Mitsotakis-System

Bild: Yorgos KonstantinouImagistan

Der Hungerstreik von Panos Routsis, der seinen Sohn durch das Tempi-Verbrechen verloren hat führte zu einem großartigen Erfolg. Siehe dazu „Beeindruckende Solidarität mit Vater eines Tempi-Opfers – Die Menschen wollen eine Demokratie ohne Vertuschungen

Von Dimitris Kanellopoulos, efsyn 07.10.25:
Regierung und Justiz gemeinsam am Abgrund
Eine enorme kommunikative Niederlage für die Regierung
Es war ein großer Sieg für Panos Routsis und die anderen Eltern der Kinder, die bei dem Verbrechen von Tempi ums Leben kamen. Routsis hatte zu 100 % Recht bekommen und schaffte es mit seinem 23-tägigen Hungerstreik, ganz Griechenland auf seine Seite zu bringen.
Die Regierung und die Justiz gehen als schwere Verlierer hervor. Auf allen Ebenen. Insbesondere die griechische Justiz, die sich den Umständen nicht gewachsen zeigte, indem sie ihre engen Beziehungen zur Regierung offen zur Schau stellte und damit jeden Gedanken an Gewaltenteilung zunichte machte. Der Justizminister Floridis sagte, er gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft bald positiv auf den Antrag von Routsis reagieren werde und der Minister Adonis Georgiadis sagte „Wir wollen toxikologische Untersuchungen – Der Antrag von Routsis soll angenommen werden, damit sich der Prozess nicht verzögert”. Schon gehorchte drei bis vier Stunden später die „unabhängige“ Justiz.

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EU-Generalstaatsanwältin in Athen: „Finanzkriminalität kann tödlich sein“

Laura Kövesi. Fotot: AGERPRES, cropped by Ionutzmovie – YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=u0dhLmUmEso – Archivierte Versionen ansehen/speichern auf archive.org und archive.today, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55988916

Von Isabel Armbrust
Ermittlungen der europäischen Staatsanwaltschaft EPPO ist es zu verdanken, dass 2025 der jahrelange und millionenschwere Subventionsbetrug durch die griechische Agrarbehörde OPEKEPE und durch ehemalige Landwirtschaftsminister öffentlich wurde. Die EPPO (European Public Prosecutor’s Office) ist für die Ermittlung, Verfolgung und Anklageerhebung bei Straftaten zum Nachteil der finanziellen Interessen der EU zuständig.
Doch in Griechenland gibt es Beschränkungen für deren Tätigkeit, die laut EPPO nicht mit EU-Recht konform sind (1). Das betrifft vor allem den Artikel 86 der griechischen Verfassung, demzufolge nur das Parlament befugt ist, gegen aktuelle oder ehemalige Minister
eine Strafanzeige zu stellen (2). So konnte die EPPO weder gegen die für den OPEKEPE-Subventionsbetrug verantwortlichen Ex-Minister noch im Falle des verschleppten Einbaus des europäischen Zugsicherungssystems, geregelt im Vertrag „717“ von 2014, wirksam vorgehen.(3) Bei einer Pressekonferenz in Athen am 1. Oktober mahnte die Chefanklägerin der Europäischen Staatsanwaltschaft Laura Kövesi daher dringend Reformen an.

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Soliaktion in Berlin für die griechischen Geiseln

UPDATE 07.10.2025:
ZUR ANKUNFT DER GRIECHISCHEN GEISELN IN ATHEN (ZUSAMMEN MIT GRETA THUNBERG) (auf griechisch): Efsyn

„Stop Israel’s Piracy – Free the Global Sumud Flotilla – End the Genocide
We gather tomorrow outside the Greek Embassy in Berlin because Greece bears responsibility for the abduction in international waters of the Global Sumud Flotilla by Israeli forces.
The flotilla carrying hundreds of people from all over the world set sail from Barcelona, Tunis, Catania and Siros to break the illegal blockade that Israel has imposed on Gaza since 2008, which intensified with the Genocide and has turned into a complete siege since March 2025, when Israel unilaterally broke the ceasefire.
The aim of the Global Sumud Flotilla was to show solidarity in practice with Palestinians in Gaza resisting genocide. The boats were carrying essential and much-needed supplies and medicine, as well as journalists, lawyers, and medical professionals.
Instead, during the night on October 1, in an act of piracy, our boats were intercepted in international waters by Israel, boarded and towed to Ashdod against the will of the organisers. Those on board were abducted and taken to Israel against their will, where they are still being held in Ktzi’ot prison in the Negev desert.

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Griechenlands Fluglotsen übernehmen Verantwortung, während die Regierung ein neues Tempi riskiert

Von Petar Marjanovic – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=83316425

Von Isabel Armbrust
Deutsche Medien berichteten kürzlich von chaotischen Zuständen am Athener Flughafen infolge veralteter Sicherheitstechnologie. Denn Griechenland ist bei Deutschen ein beliebtes Urlaubsland und der Hauptstadtflughafen ein wichtiges Drehkreuz. (1)
Doch veraltete Technologie nervt nicht nur, weil sie Verspätungen und Flugausfälle provoziert. Sie ist ein Sicherheitsrisiko ersten Grades, für alle Fluggäste. Athenslive Wire warnte im letzten Newsletter sogar vor einem neuen Tempi – die Zugkatastrophe von 2023 war auch dem verschleppten Einbau des europäischen Zugsicherungssystem ETCS bei der Griechischen Bahn geschuldet.

Athenslive Wire Newsletter 322, 29.09.2025 (2):
Steht uns ein neues ‘Tempi’ bevor? Diesmal in der Luft?
Seit Donnerstag, dem 25. September, betragen die Verspätungen sowohl bei Inlands- als auch bei Auslandsflügen mehr als 90 Minuten, sodass Reisende an Gates und Terminals festsitzen.
Die Passagiere hätten jedoch Erleichterung empfunden, wenn sie gewusst hätten, dass diese Verspätungen zu ihrer eigenen Sicherheit notwendig waren. Denn hinter den Schlagzeilen verbirgt sich eine eindringliche Warnung der Fluglotsen (ATCs) des Landes: Das griechische Flugsicherungssystem ist bis zum Zerreißen gespannt.

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Santorini – Natur- und andere Katastrophen

Leider hatten wir nicht bemerkt, dass dieser Artikel schon vor Monaten erschien. Er ist aber als wichtiger Beitrag zum Thema (Über-)Tourismus in Griechenland immer noch sehr lesenswert.
Weil die Wirtschaftssatrategie der Regierung Mitsotakis scheiterte, wird der Tourismussektor umso schädlicher für Umwelt und Menschen entwickelt. Wie schon Bert Brecht schrieb. „Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“

Von Niels Kadritzke, Blog der le monde diplomatique, 22. Mai 2025
Santorini – Natur- und andere Katastrophen
Dieser Text handelt von einer Insel, die durch die Erdbebenserie im Februar 2025 in die Schlagzeilen geraten ist. Auch das heutige heftige Beben, dessen Epizentrum genau zwischen Kreta und Santorini lag, erinnert erneut daran, dass die seismisch aktivste Region des Mittelmeerraums die Ägäis ist. Vor drei Monaten ist die befürchtete Naturkatastrophe zwar ausgeblieben, doch die seismischen Erschütterungen haben dazu beigetragen, die eigentliche Santorini-Katastrophe aufzudecken. Und die ist von den Menschen gemacht.“
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Beeindruckende Solidarität mit Vater eines Tempi-Opfers – Die Menschen wollen eine Demokratie ohne Vertuschungen

Von Isabel Armbrust
Über die große Solidarität mit dem Vater eines Opfers des Zugunglücks von Tempi berichtet AthensLive Wire im jüngsten Newsletter. Der 48-jährige Deni Routsi kämpft wie viele Angehörige für die restlose Aufklärung der Unfallursachen und ist seit 14 Tagen im Hungerstreik. Er fordert die Exhumierung der Leiche seines Sohnes und toxikologische Untersuchungen (die Aufschluss über die Ursache der tödlichen Explosion bei der Zugkollision geben könnten). Am Sonntagabend strömten Athener aller Altersgruppen auf den Syntagma-Platz, um ihre Unterstützung für Routsi zu bekunden.
Diese Woche gaben die Behörden dem Antrag teilweise statt und genehmigten die Identifizierung der Leiche, jedoch nicht die geforderten toxikologischen Untersuchungen.

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