Interessant, wie der Abschottungsschub der deutschen Regierung in Griechenland gesehen wird. Die griechische Regierung ist wütend. Morgen treffen sich griechische und deutsche Minister in Berlin…
efsyn 16.09.24: „Migrations-Abwehr an den deutschen Grenzen ab heute Strenge Kontrollen an den Übergängen zur Schweiz, Tschechien, Polen und Österreich, jetzt auch zu Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Frankreich ● Bundespolizisten filzen Lkw und Transporter, Fahrer und Ladung ab ● Kritisches Treffen am Dienstag in Berlin von Ministern und Regierungsvertretern aus Griechenland, Bulgarien, Frankreich, Italien, Kroatien, Österreich, Polen, Slowenien, Großbritannien und EU-Beitrittsländer des westlichen Balkans
Von Kostas Zafeiropoulos, efsyn 11.09.24: „Die Verzweiflung eines Palästinensers nach der Tötung seiner Familie Sayed, Palästina, Gaza, die ganze Familie kaputt Ein Mann randalierte 5 Stunden lang vom Balkon im 6. Stock und drohte mit Selbstmord im Zentrum Athens. ● Das Drama hinter der tragischen Figur eines psychisch kranken, verletzlichen Flüchtlings.
Die Nachricht machte gestern früh in den Medien die Runde mit der Schlagzeile „Palästinenser randaliert und droht, ein Wohnhaus im Zentrum von Athen, Acharnon-Straße, in die Luft zu sprengen“. Stundenlang verhandelten Polizeibeamte mit ihm und versuchten, ihn zu beruhigen, während in den sozialen Medien rechtsextreme Stimmen laut wurden, die forderten, den „illegalen Einwanderer“, den „Junkie“, den „Psychopathen“ durch Scharfschützen zu töten. Sein Name ist – vermutlich – Sayed und einige wollten, dass er im September 2024 ein weiterer Zak wird.(1)
Syriza, so herunter gewirtschaftet wie es jetzt ist, wird durch den heutigen Tag sicher nicht zu einer neuen Hoffnung. Aber der einjährige Alptraum mit Namen Kasselakis hat zumindest ein Ende gefunden. Er wurde durch einen Misstrauensantrag von einer deutlichen Mehrheit des Zentralkomitees von Syriza abgewählt (163 gegen 120 Stimmen bei 21 Enthaltungen). Kasselakis ist somit nicht mehr Vorsitzender und eine außerordentliche Parteikonferenz muss darüber entscheiden, aufgrund welchen Verfahrens ein neuer Vorsitzender gewählt werden soll.
Kurzes Video des SPIEGEL, 4.9.2024: „Ein vor Jahrzehnten geflutetes Dorf ragt wieder aus einem Stausee in den griechischen Bergen auf. Denn dem geht das Wasser aus. Die Menschen in der Gegend sind besorgt. Und auch die Hauptstadt Athen braucht den See.“
Von C.Schneider und L. Sanmarty, Arte TV 3.9.2024: „Wer sich zukünftig per Immobilieninvestition in die EU einkaufen möchte, muss dafür deutlich mehr zahlen. Griechenland erhöht die Preise für „Goldene Visa“ in manchen Regionen von 250.000 Euro um mehr als das Dreifache. Der Grund: Der Wohnungsmarkt leidet extrem unter dieser Praxis. Die Investoren stammen vor allem aus China, der Türkei und seit Beginn des Krieges im Nahen Osten zunehmend aus Israel.“
ARTE Info Expresso Video – In zwei Minuten erklärt:
Ein kurzer Podcast von Moritz Pompl (Deutschlandfunk 04. September 2024) über die Bedrohung des seit Jahrtausenden in Griechenland genutzten und verehrten Olivenbaumes. Ursachen sind Wassermangel und Erderwärmung. Im Podcast geht es vor allem um Versuche, eine landwirschaftliche Alternative zu finden.
AthensLive Wire 267, 1.9.2024: „Millionen von toten Fischen Es war ein unwirkliches Bild – ein Bild wie aus einem postapokalyptischen Albtraum. In dieser Woche waren Millionen von toten Süßwasserfischen im Hafen der Stadt Volos in Mittelgriechenland zu sehen. Bald wurde klar, dass die toten Fische auch den Karla-See und den Xirias-Fluss in der Region überschwemmt hatten. Der Gestank war unerträglich. Die Bürger waren von Angst und Schrecken ergriffen. Die Behörden wurden alarmiert. Was war geschehen? Die BBC berichtete, dass die Fische vermutlich im Süßwasser des Karla-See gewesen waren, der nach den Überschwemmungen in der griechischen Region Thessalien im vergangenen Jahr auf das Dreifache seiner normalen Größe angeschwollen war. Während des Sturms Daniel im Jahr 2023 wurde der Karla-See (der in den 60er Jahren größtenteils trockengelegt wurde) überflutet und bedeckte viele Anbauflächen, denn Thessalien ist die Kornkammer Griechenlands. So gelangte ein „Cocktail aus Pestiziden und giftigen Chemikalien in den See. In Verbindung mit den hohen Sommertemperaturen verursachten sie das Fischsterben“, berichtete News247. Dann öffneten die Behörden das Schleusentor des Karla-Damms, damit das überschüssige Wasser in die Bucht von Pagasitikos fließen konnte, „was dazu führte, dass die toten Süßwasserfische ins Meer gelangten und auch die noch lebenden Fische starben, da sie im salzigen Meerwasser nicht überleben konnten“.
Dieser Beitrag hat eher wenig mit Griechenland zu tun. Aber er wurde von einem der kreativsten Journalisten des Landes geschrieben.
Aris Hadjistefanou, efsyn 24.8.2024, Infowar 26.8.2024: „Marx kandidiert bei den US-Wahlen Trump und seine Anhänger wiederholen immer wieder, dass sich die Demokraten unter der Führung der „Genossin“ Kamala Harris in eine „kommunistische“ Partei verwandeln würden, die die Funktionsweise des Kapitalismus zugunsten einer zentralen Planwirtschaft umstürzen würde. Überraschenderweise war es der ehemalige amerikanische Präsident, der den „marxistischsten“ Vorschlag des Wahlkampfes präsentierte. In der Geschichte des letzten Jahrhunderts gab es wohl nur wenige Länder außer der ehemaligen UdSSR, Kuba und China, in denen die Worte Kommunismus und Marxismus so oft auf politischen Kundgebungen und in der Presse zu hören waren wie heute in den Vereinigten Staaten. Denn Trumps Republikaner bestehen darauf, dass sie die Mutter aller Schlachten gegen die rote Bedrohung schlagen.
Schon vor zwei Wochen ereignete sich im selben Seegebiet bei der kleinen Insel Symi (in der Nähe von Rhodos) ein ähnlicher Vorfall. Auch damals war ein Mann in einem flüchtenden Boot angeschossen worden. (Quelle: https://www.slobodenpecat.mk/de/edno-lice-zagina-vo-grcija-otkako-gliser-so-migranti-ne-zastanal-na-naredba-na-patrolnata-sluzhba/) Dieses Mal, gestern, am Morgen des 23.8.2024, wurde ein Mann erschossen. Im Januar 2024 hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Griechenland wegen eines ähnlichen Falles aus dem Jahr 2014 verurteilt. Auch in diesem Fall erschossen Mitarbeiter der Küstenwache einen Mann auf der Flucht. „Der Gerichtshof hat der Witwe und den Kindern am Dienstag [16.1.2024, G.B.] in allen Punkten Recht gegeben, ihnen eine Entschädigung in Höhe von 80.000 Euro zugesprochen und Griechenland wegen eines Verstoßes gegen Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Recht auf Leben) verurteilt (Alkhatib und Andere gegen Griechenland, 3566/16). Konkret stellte der Gerichtshof unter anderem fest, dass der Schusswaffeneinsatz nicht gerechtfertigt war und die Küstenwache übermäßige Gewalt angewendet hat. Darüber hinaus rügte das Gericht, dass die Ermittlungen der griechischen Behörden zu dem Vorfall unzureichend waren und gravierende Mängel aufweisen, was unter anderem zum Verlust von Beweismitteln geführt hat.“ (Zitat: https://www.proasyl.de/pressemitteilung/strassburg-gericht-verurteilt-griechenland-wegen-toedlicher-schuesse-der-kuestenwache-auf-fluechtlinge/) Diese tödliche Gewalt ist systematisch und von der griechischen Regierung und sehr großen Teilen der EU gewollt.