
Von Alieren Renkliöz, jungeWelt 9.9.2026:
„Die Stadt der wenigen
Investoren verändern das Bild von Athen. Sie machten aus Wohnungen Airbnbs, aber die Bewohner wehren sich
Die Freude war groß, als Aristotelis Chantzis am 2. September nach 73 Tagen stationärer Behandlung in die besetzte Nachbarschaft Prosfygika in Athen zurückkehrte. Er und seine Mitstreiterin Suzon Doppagne waren in den Hungerstreik getreten, um auf die geplante Räumung des selbstverwalteten Projektes aufmerksam zu machen. Nach mehr als 120 Tagen der Nahrungsverweigerung plädierte das Stadtparlament von Athen im Juni dafür, dass von den Räumungsplänen abgesehen werden solle. In ihrem Schreiben, das auch der Bürgermeister mitgetragen hat, heißt es: »Im Jahr 2026 darf es keine Toten durch einen Hungerstreik im Land geben.«
Der Kampf gegen die urbane Verdrängung in Athen ist existentiell. Infolge der Finanz- und Schuldenkrise 2008 öffnete sich Griechenland für ausländisches Kapital. Der Hafen von Piräus wurde von der staatlichen chinesischen Reederei Cosco übernommen. Die Preise für Immobilien in Griechenland fielen. Investoren kauften Grundeigentum auf den für Touristen beliebten Inseln und in Städten wie Athen oder Thessaloniki.“
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