Wie Deutschland 1953 vom Schuldenschnitt profitierte

londonNeues Deutschland Blogs vom 22.2.2017
„Wie Deutschland vom Schuldenschnitt profitierte

Alberto Acosta fordert in den aktuellen Debatten über Staatsverschuldung ein Klima der Gerechtigkeit.

Manchmal entsteht der Eindruck, die Welt kommt nicht voran. Sei es beim Umwelt- und Klimaschutz, sei es in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Heute sieht es so aus, als würde sie sogar Rückschritte machen, etwa wenn man neben Donald Trumps derzeitigem ökologischen Roll-Back auch auf so wichtige Themen wie die Auslandsverschuldung schaut. Eine der gravierendsten Folgen von Auslandsschulden ist die wachsende Armut in der »unterentwickelten« Welt. Aber auch »entwickelte« Länder wie Griechenland, Spanien und Portugal leiden unter der Schuldenlast.

Schauen wir auf das beispielhafte Londoner Abkommen von 27. Februar 1953 und vergleichen wir die missliche Lage der durch Schulden verarmten Länder heute, dann sehen wir schnell, dass die Welt hier schon einmal weiter war. Im Kalten Krieg konnte Deutschland sein Auslandschulden-Problem lösen. Danach konnte Deutschland, das sich mitten im Wiederaufbau-Prozess befand, sogar bessere Wirtschaftsindikatoren vorweisen als heute. Das Verhältnis von Bedienung der Auslandsschuld und Exporte betrug 3,96 Prozent. Gesamte Auslandsschuld zur Wirtschaftsleistung: 21,21 Prozent. Schuldendienst zur öffentlichen Ausgaben: 4,49 Prozent.“ weiterlesen

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Eine Antwort zu Wie Deutschland 1953 vom Schuldenschnitt profitierte

  1. kokkinos vrachos schreibt:

    Wer über die Schulden von Griechenland redet, muss auch über die Deutsche Verbrechen und verschiedenen griechischen Entschädigungsansprüche reden, bzw. darf darüber nicht schweigen.

    Berlin schuldet Athen Millionen aus den Reparationszahlungen („Zwangsanleihe“, die Deutschland ab 1942 dem griechischen Staat abgepresst hat. Diese Anleihe, die 1945 von der Reichsbank mit 476 Millionen Reichsmark beziffert wurde, was heute nach Angaben der griechischen Regierung 10,3 Mrd. Euro entsprechen soll, ist durch die Haager Landkriegsordnung als Zwangsmaßnahme definiert, da mit ihr nicht nur die erlaubten Besatzungskosten, sondern auch und vor allem der Nordafrikafeldzug finanziert wurde.)
    Auch aktuell reden viele von angeblichen „Tricks“ und Versäumnissen der griechischen Regierung sowie den griechischen Schulden. Doch in Wirklichkeit ist Deutschland der größte Schuldner in Europa und hat es mit beispielloser Raffinesse bis heute geschafft, sich aus der Verantwortung für seine Geschichte zu schleichen.

    Es ist paradox. Griechenland braucht Geld. Dabei hat es Guthaben. Das Guthaben liegt in Deutschland und – als deutsches Staatseigentum im Ausland – in verschiedenen (europäischen) Ländern. Deutschland schuldet Griechenland seit circa 70 Jahren eine Summe, die aktuell vom griechischen Parlament auf 278,7 Milliarden Euro beziffert worden ist. Es handelt sich zum einen um die Zahlungsverpflichtungen der auf der Pariser Reparationskonferenz von 1946 festgelegten Reparationen. Zum anderen schuldet Deutschland Griechenland außerdem die Rückzahlung der sogenannten „Zwangsanleihe“ von 1942.

    Deutschland ist damit der größte Schuldner Europas! Seit nunmehr 70 Jahren versucht die deutsche Regierung sich den Zahlungsverpflichtungen mit allen Tricks zu entziehen.

    Wenn alle von den griechischen Schulden reden, müssen wenigstens wir von der deutschen Schuld und den deutschen Schulden reden!

    Zur Lösung der Griechenland-Krise schlägt Sarah Wagenknecht einen Schuldenschnitt
    vor. Auch der deutsche Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg sei nur möglich gewesen, weil Deutschland zwei Drittel seiner alten Schulden erlassen worden seien, erinnert die Politikerin und betont: „Erst dadurch konnte das Wirtschaftswunder durchstarten. Auch bei den Griechen hatten wir damals Schulden, die nie zurückgezahlt wurden.“



    vg, kv

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