Staatliche Gesundheitsagentur fordert Schließung aller Lager

Refugees - Lesvos / Athens - March 2016

(c) Amnesty International /Olga Stefatou

Die Zeitung „ekathimerini“ meldete, dass
>das staatliche „Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten“  (ΚΕΕΛΠΝΟ; Κέντρο Ελέγχου & Πρόληψης Νοσημάτων) am 26.7.2016 die Schließung der „Empfangs-Zentren“ für Flüchtlinge in Griechenland gefordert hat. Dies geschah aufgrund der Inspektionen des ΚΕΕΛΠΝΟ in 16 „Empfangs-Zentren“ in Nordgriechenland. Das Ergebnis der Inspektionen war, dass die vorgefundenen Verhältnisse eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellen.

Das Ergebnis der Inspektionen wurde dem Ministerium für Migrationspolitik, dem Verteidigungsministerium und dem Gesundheitsministerium in einem Bericht mitgeteilt. Danach ergibt sich aufgrund des Vollstopfens von ehemaligen Militärbaracken und Industriehallen mit Hunderten von Flüchtlingen eine Reihe von Gesundheitsproblemen – sowohl für die Flüchtlinge als auch für die Gesellschaft insgesamt.

Mitarbeiter von ΚΕΕΛΠΝΟ besuchten die Lager zusammen mit Gesundheitsamtsmitarbeitern der Zentralmazedonischen Region ziwschen dem 4. und dem 8. Juli. Sie kamen zu dem Schluss, dass in den Einrichtungen keine angemessenen Belüftungen für die Hunderte von Flüchtlingen vorhanden sind – es gibt kaum mehr als eine Decke oder einen Vorhang, die eine Familie von der anderen trennen. Außerdem besteht kein adäquater Zugang zu fließendem Wasser. Große Mengen von Müll stapeln sich in den Lagern. Der Bericht von ΚΕΕΛΠΝΟ fordert dazu auf, alle Lager nacheinander zu schließen und die Flüchtlinge in lokale Gemeinden zu integrieren.

„Die vorherige Nutzung der Industriegebäude vervielfältigt die Gesundheitsgefahren für die Flüchtlinge“ heißt es in dem Bericht. Konkret genannt wird, dass das Wasser in einer ehemaligen Gerberei hohe Konzentrationen von giftigem Schwermetall aufwies. Dieselbe ehemalige Gerberei hat Asbest in ihren Dächern.

Laut dem Vizepräsidenten von ΚΕΕΛΠΝΟ, Andreas Benos, der den Bericht verfasst hat, befinden sich die meisten Lager in der Nähe von Gebieten mit großen Mückenpopulationen – was die Flüchtlinge Krankheiten aussetzt.

Benos ist Professor für Sozialmedizin an der Aristoteles Universität in Thessaloniki. Er riet den griechischen Behörden, die Bedingungen in den Lagern zu verbessern, indem z.B. zusätzliche Chemietoiletten aufgestellt werden sollten. Aber er beschrieb die Situation als „Sackgasse“. Er sagte, „wir glauben, dass die Empfangs-Zentren aus Gründen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge geschlossen werden sollten.“ Da die Mehrheit der Flüchtlinge aufgrund des EU-Türkei-Paktes dafür vorgesehen sei, in Griechenland zu bleiben, sollte die Priorität der Regierung sein, die Flüchtlinge in die griechische Gesellschaft zu integrieren.<
(Übersetzung aus dem Englischen: GB; Quelle hier)

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Eine Antwort zu Staatliche Gesundheitsagentur fordert Schließung aller Lager

  1. kokkinos vrachos schreibt:

    Die Unterbringung/Kasernierung von Menschen in Lagern (egal wie die Bezeichnungen dafür sind, „Hot Spot“, Flüchtlingslager, Zentrale Aufnahmestelle usw.) ist abzulehnen.

    Die Menschen wollen weder in GR bleiben noch in Lagern eingesperrt werden, egal ob auf Kos, Samos, Lesbos, und auf dem Festland.

    Angeblich sollen „Hot Spots“ dazu dienen, die Umverteilung von Schutzsuchenden auf andere EU-Staaten zu ermöglichen. Tatsächlich geht es primär darum, Schutzsuchende an Europas Außengrenzen festzusetzen und Abschiebungen zu forcieren.

    Die Fluchtursachen (Nato-Kriege, Hunger, Umweltzerstörungen….) sind die Probleme, da muss man ansetzten und sich weiter für Bewegungsfreiheit und offene Grenzen einsetzten.

    Die unabhängige Menschenrechtsorganisation PRO ASYL beschreibt die Zustände so: „Das durch Stacheldraht umzäunte Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos wurde zum europäischen „Hotspot“ ernannt. Die Bedingungen, die Flüchtlinge dort vorfinden, sind menschenverachtend und entwürdigend. Hunderte warten etliche Stunden bis tagelang unter katastrophalen Bedingungen im Lager auf ihre Dokumente.“

    „Der bestehenden „Hot Spots“ Moria ist ein Ort der Schande. Die Flüchtlinge werden dort geschlagen, beschimpft und mit Tränengas attackiert. Der Hot Spot Moria ist von Stacheldraht umgeben, Polizeibeamte stehen Wache. Angeblich sollen Hot Spots dazu dienen, die Umverteilung von Schutzsuchenden auf andere EU-Staaten zu ermöglichen. Tatsächlich geht es primär darum, Schutzsuchende an Europas Außengrenzen festzusetzen und Abschiebungen zu forcieren.“
    (Quelle Pro Asyl)

    Greece: address inhumane conditions for refugees now
    https://www.amnesty.org/en/get-involved/take-action/greece-address-inhumane-conditions-for-refugees/

    vg, kv

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