[Hamburg] „Das SS-Massaker von Distomo und der Kampf eines Überlebenden um Gerechtigkeit“ am 1. März 2017

ArgyrisCover*Veranstaltung des AK-Distomo im Rahmen des „Jour Fixe
Gewerkschaftslinke Hamburg“ *

am Mittwoch, am 1. März, 18.30 Uhr im Curiohaus, Rothenbaumchaussee
15, Hamburg

„*Das SS-Massaker von Distomo und der Kampf eines Überlebenden um
Gerechtigkeit“*

*- Argyris Sfountouris* berichtet über seinen Kampf um Gerechtigkeit
*- Patric Seibel* trägt Auszüge aus seiner Biografie über Argyris
Sfountouris vor
*- Vertreter_innen des AK Distomo* berichten über den Stand der
politischen und juristischen Auseinandersetzung in der
Entschädigungsfrage. (Der AK Distomo setzt sich seit vielen Jahren
für die Entschädigung von NS-Opfern ein).
– *Anschließend Diskussion*

Argyris Sfountouris war noch nicht vier Jahre alt, als deutsche
Soldaten während der Besatzung Griechenlands am 10. Juni 1944 in
seinem Heimatdorf Distomo seine Eltern und 216 andere Dorf-bewohner
jeden Alters und Geschlechts grauenhaft hinmetzelten. Er hatte großes
Glück, dass er überlebte.

Der Hamburger Autor Patric Seibel hat eine Biografie über Argyris
Sfountouris verfasst, die im Oktober 2016 im Westendverlag unter dem
Titel „Ich bleibe immer der vierjährige Junge von damals“ erschienen
ist. Patrick Seibel zeichnet darin ein einfühlsames Portrait eines
vielschich-tigen Lebens. Argyris wird nach dem Krieg getrennt von
seinen Schwestern, überlebt zunächst in Waisenhäusern in Griechenland
und gelangt schließlich in die Schweiz, wo er in einem Kinderdorf für
Kriegswaisen aus ganz Europa aufwächst. Er studiert, wird Physiker,
Lehrer, Entwicklungs-helfer, Übersetzer und Autor. Argyris kämpft Ende
der 60er/Anfang der 70er Jahre von der Schweiz aus gegen die
Militärdiktatur in Griechenland.

Argyris Sfountouris ist unter anderem durch den Dokumentarfilm „Ein
Lied für Argyris“ von Stefan Haupt sowie durch einen Auftritt in der
am 31. März 2015 im ZDF ausgestrahlten Satiresendung »Die Anstalt«zu
einer international bekannten Persönlichkeit geworden. Zuletzt
erschien sein Buch „Schweigen ist meine Muttersprache: Griechenland –
seine Dichter, seine Zeitgeschichte.“

Immer wieder geht es ihm um Gerechtigkeit für die Hinterbliebenen von
Distomo und um das Ein-fordern deutscher Verantwortung. Argyris
Sfountouris kämpft für eine wahrheitsgetreue Geschichtsschreibung und
für die Aufarbeitung deutscher Kriegsverbrechen in Griechenland. Seit
über 20 Jahren setzt er sich für eine Entschädigung der Opfer ein. Er
klagte gemeinsam mit vielen Men-schen aus Distomo vor Gerichten in
Deutschland und in Griechenland auf Entschädigungszahlun-gen. Mit der
deutschen Verweigerungshaltung in dieser Frage findet er sich bis
heute nicht ab.

*Unterstützer:*
GEW Hamburg
ver.di, Ortsverein Hamburg, Fachbereich 08

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