„Nein zur neudeutschen Kolonialisierung Europas“

Pressemitteilung   Attac Deutschland  Frankfurt am Main, 13. Juli 2015

* Deutsche Regierung als Totengräberin Europas

* Forderung nach bedingungsloser Unterwerfung Griechenlands unter Austeritätsdiktat kommt Staatsstreich gleich / Geldgeberkolonialismus setzt Demokratie außer Kraft 
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac wirft der deutschen Regierung vor, Europa zu zerstören. „Mit ihrer Forderung nach einer bedingungslosen Unterwerfung Griechenlands unter das Austeritätsdiktat werden Schäuble, Merkel und Gabriel zu den Totengräbern Europas“, sagte Werner Rätz vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. „Aus der europäischen Idee einer immer intensiver werdenden Gemeinschaft macht die Bundesregierung ein Monstrum aus sozialem Kahlschlag und Demokratieabbau. Jeder Versuch einer Alternative zur Kaputtsparpolitik wird mit Gewalt unterbunden. Mit Recht sprach einer der griechischen Verhandler in Brüssel von einer an den Kopf gehalten Pistole.“ (Text der
Eurogruppe:
http://s.kathimerini.gr/resources/article-files/draft1600_final.pdf)

Oberstes Ziel von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sei offensichtlich die Entmachtung der griechischen Regierung und die Aussetzung der Demokratie in Griechenland. Nach dem Motto „Friss oder stirb“ werde versucht, die griechische Regierung zu zwingen, der faktischen Umwandlung Griechenlands in ein Protektorat der Eurozone zuzustimmen. Unter der Führung von Schäuble fordern die Finanzminister der Eurozone, dass griechische Gesetzesinitiativen künftig im Vorfeld von der auferstandenen Troika abgesegnet werden.

„Das kommt einem Staatsstreich gleich. An Griechenland wird offenkundig ein Exempel statuiert, um all jene Menschen zu entmutigen, die sich einen Politikwechsel auch in anderen europäischen Ländern wünschen. Es ist eine Schande, dass Sigmar Gabriel, Martin Schulz und die SPD-Fraktion im Bundestag diese schändliche Politik unterstützen, statt die Koalition zu verlassen“ sagte Detlev von Larcher, Mitglied der Attac-Projektgruppe Eurokrise und ehemals SPD-Bundestagsabgeordneter.

Aufgabe der sozialen Bewegungen in Europa sei es nun, dieser Erpressung ein deutliches „Oxi“ entgegenzusetzen. Detlev von Larcher: “Wir sagen Nein zur neudeutschen Kolonialisierung Europas und zum Versuch, eine missliebige demokratisch gewählte Regierung eines Landes zu zerstören.
Und wir sagen Nein zur massiven Verletzung der Souveränität eines demokratischen Parlaments durch ein Protektorat der Gläubiger.“

Attac fordert eine europäische Schuldenkonferenz sowie einen Schuldenschnitt für Griechenland. Notwendig sei zudem eine grundsätzliche Kurskorrektur der europäischen Wirtschaftspolitik. Nicht nur die europäische Kürzungs- und Verarmungspolitik, auch die Pläne für einen „Wettbewerbspakt“, die völlig unzureichende Bekämpfung der Konzernsteuertricks oder das TTIP-Abkommen zielten auf den Abbau jahrzehntelang erkämpfter sozialer Errungenschaften ab. Um die Krise zu überwinden, sei stattdessen eine koordinierte Lohnpolitik gegen das Lohndumping von Überschussländern wie Deutschland nötig, eine koordinierte Besteuerung von Vermögen, Gewinnen und Kapitalerträgen, ein Ende von Steuertricks von Konzernen sowie die Schrumpfung und Regulierung des Finanzsektors.

Für Rückfragen und Interviews:

* Detlev von Larcher, Attac-Projektgruppe Eurokrise, Tel. 0160 9370 8007

* Werner Rätz, Attac-Koordinierungskreis, Tel. 0170 5217 261

* Roland Süß, Attac-Koordinierungskreis, Tel. 0175 2725 893

Weitere Informationen:

* Text der Eurogruppe:
http://s.kathimerini.gr/resources/article-files/draft1600_final.pdf

* Kommentar von Paul Krugman „Killing the European Project“:
http://krugman.blogs.nytimes.com//2015/07/12/killing-the-european-project/
(deutsche Übersetzung:
http://cives.de/das-projekt-europa-wird-gerade-vernichtet-1355)

Offener Brief von Ökonomen an Angela Merkel:
http://t1p.de/Offener-Brief-Merkel

* Attac-Webseite zu Griechenland:
www.attac.de/kampagnen/eurokrise-blockupy/griechenland/

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Eine Antwort zu „Nein zur neudeutschen Kolonialisierung Europas“

  1. Wolfgang Hingst schreibt:

    In der Tat: Diese Kolonialisierung ist unerträglich. Eine EU dieser Art braucht außer den „Gebern“ niemand. Also schaffen wir sie ab und gründen eine neue, demokratische: Europa NEU!

    Gefällt mir

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