Griechenland und die deutsche Reparationsschuld

Mit Karl Heinz Roth, Historiker, Mediziner und Vorstandsmitglied der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts in Bremen.

Vor 71 Jahren verübten die deutschen Besatzer eines ihrer grausamsten Kriegsverbrechen in Griechenland. Am 10. Juni 1944 überfiel eine SS-Division den Ort Distomo. Mindestens 218 Zivilisten wurden ermordet; ihre Häuser anschließend niedergebrannt. Drei Jahre zuvor, im April 1941, fiel die deutsche Wehrmacht in das Land ein und errichtete eine brutale Besatzungsherrschaft. Das Massaker von Distomo war der traurige Höhepunkt einer Reihe von Kriegsverbrechen an der griechischen Zivilbevölkerung.

Die dreieinhalbjährige deutsche Besatzungsherrschaft ging mit der massiven ökonomischen Ausplünderung des Landes einher, die Besatzung verursachte eine Hyperinflation die den Hungertod von 100.000 Menschen zur Folge hatte. Während des Rückzugs der Wehrmacht wurde der größte Teil der griechischen Handelsflotte sowie die Verkehrsinfrastruktur des Landes vernichtet und durch einen zynischen Zwangskredit über 470 Millionen Reichsmark wurden die „Besatzungskosten“ einbehalten. Die griechischen Nachkriegsregierungen verweisen seit Jahrzehnten auf die deutsche Reparationsschuld gegenüber Griechenland. Die von Syriza geführte Regierung fordert heute mit Nachdruck die Begleichung dieser Reparationsschuld.

Karl Heinz Roth hat am 17.06.2015 in seinem Vortrag die Rechtmäßigkeit der deutschen Reparationsschuld begründet und aktuelle Forschungsergebnisse seiner laufenden Archivarbeit zum Thema vorgestellt. Weiterhin wurden Thesen zur politischen Unterstützung der neu gewählten Syriza Regierung und ihrer Forderung nach Begleichung deutscher Reparationsschulden zur Diskussion gestellt.
Ausführlich hat Karl Heinz Roth seine Analyse und Schlussfolgerungen in der soeben im VSA:Verlag erschienenen Flugschrift Griechenland am Abgrund dargestellt.

www.hamburg.rosalux.de/event/53428

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