Attac fordert Moratorium für Zahlungen Griechenlands an IWF

Pressemitteilung   Attac Deutschland   Frankfurt am Main, 11. Mai 2015

* Attac fordert Moratorium für Zahlungen Griechenlands an IWF

* Europäische Schuldenkonferenz notwendig / Demonstration am 20. Juni in
Berlin

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat ein sofortiges
Moratorium für Zahlungen Griechenlands an den Internationalen
Währungsfonds IWF gefordert. Angesichts der Hängepartie in den
Verhandlungen müsse die für den morgigen Dienstag anstehende Zahlung in
Höhe von 756 Millionen Euro mindestens für die Dauer der Gespräche
ausgesetzt werden. Notwendig sei eine europäische Schuldenkonferenz, bei
der die Verbindlichkeiten Griechenlands überprüft werden. Mit einer
Demonstration am 20. Juni in Berlin will Attac zusammen mit anderen
Akteuren dieser Forderung Nachdruck verleihen.

„Die Erpressung Griechenlands durch die Troika-Institutionen muss
endlich aufhören. Sie ist politisch verwerflich und ökonomisch
brandgefährlich“, sagte Werner Rätz vom bundesweiten
Attac-Koordinierungskreis nach dem Treffen der EU-Finanzminister in
Brüssel. „Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass Griechenland den durch
die Austeritätspolitik weiter angewachsenen Schuldenberg abtragen kann.
Das einzige Ziel der Troika-Institutionen ist es, der neuen griechischen
Regierung vor dem unausweichlichen Schuldenschnitt noch so viele
neoliberale Reformen wie möglich abzupressen und sich gegenseitig die
letzten Reste vom Zinskuchen streitig zu machen.“

Die zentrale Frage sei nicht, ob es einen Schuldenschnitt geben werde,
sondern, wann und wie die Schulden erlassen werden. „Ein Schuldenerlass
ist unumgänglich. Es kann nicht den Gläubigern überlassen werden, zu
bestimmen, was gestrichen wird und welche Teilschulden zurückbezahlt
werden“, sagte Roland Süß, ebenfalls Mitglied im
Attac-Koordinierungskreis. „Die Überprüfung der Schulden muss Aufgabe
einer europäischen Schuldenkonferenz sein, die sich an der Situation in
Griechenland und in ganz Europa orientiert. Dabei dürfen nicht die
Interessen des IWF, der EZB und anderer Gläubiger in Vordergrund stehen,
sondern die Interessen der Menschen in Europa.“

Die kürzlich geäußerte Forderung des IWF nach einem Schuldenerlass der
Euroländer für Griechenland ist Attac zufolge dabei nicht als Zeichen
für eine Abkehr von der Austeritätspolitik zu werten. Vielmehr gehe es
dem IWF darum, die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen und die
Zahlungen Griechenlands an den Fonds weiterhin zu sichern. Angesichts
der angespannten Haushaltslage des griechischen Staats werde dies aber
nur möglich sein, wenn andere Gläubiger auf den Schuldendienst
verzichten. Mit den Euroländern habe der IWF den größten Konkurrenten
unter den Gläubigern im Visier, der der griechischen Bevölkerung
ebenfalls die letzten Groschen aus der Tasche ziehen wolle..

Attac ruft dazu auf, an der europaweiten Solidaritätswoche vom 20. bis
26. Juni teilzunehmen und die Forderung nach einer europäischen
Schuldenkonferenz zum Thema zu machen. In Berlin ist in diesem Rahmen am
Samstag, 20. Juni, eine Demonstration geplant.

Für Rückfragen und Interviews:

* Werner Rätz, Attac-Koordinierungskreis, Tel. 0170 5217 261

* Roland Süß, Attac-Koordinierungskreis, Tel. 0175 2725 893

Weitere Informationen:

* Attac-Spot „Ist Griechenland noch zu retten?“:
http://www.attac.de/eurokrise

* Attac-Forderungen für ein solidarisches Europa:
http://www.attac.de/kampagnen/eurokrise-blockupy/unsere-alternativen/

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