Droht ein Krieg zwischen der Türkei und Griechenland?

Deutsche Welle, 24.7.2020:
Erdogans „Politik der militärischen Nadelstiche
Der türkische Präsident Erdogan will in der Ägäis nach Erdgas suchen lassen – auch mit Waffengewalt. Ein militärischer Zwischenfall konnte gerade noch vermieden werden. Der Türkeiexperte Günter Seufert im DW-Gespräch.
In den letzten Tagen hat sich die Situation im östlichen Mittelmeer gefährlich zugespitzt. Die Türkei hat angekündigt, dass demnächst das Forschungsschiff „Oruc Reis“ nach Erdgas nahe der griechischen Insel Kastelorizo suchen werde. Die griechische Regierung hat klargestellt, solche Bohrungen nicht hinnehmen zu wollen, da sie auf griechischem Hoheitsgebiet stattfinden würden. Ist ein Krieg unvermeidlich und welche Rolle könnte Deutschland zur Beilegung des Konflikts einnehmen? Der Türkeiexperte Günter Seufert im DW-Interview.
DW: Das Vorhaben des türkischen Präsidenten, Gasbohrungen innerhalb des griechischen Seegebiets auszuführen, hat zu einer Eskalation der Lage in der südlichen Ägäis geführt. Laut einem Bericht soll nur auf Vermittlung von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstagabend ein bewaffneter Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland vermieden worden sein. Die Streitkräfte beider Länder bleiben aber in erhöhter Alarmbereitschaft. Würde es Präsident Erdogan tatsächlich auf einen Krieg mit Griechenland ankommen lassen?
Günter Seufert: Wir können davon ausgehen, dass Herr Erdogan seine Politik der militärischen Nadelstiche fortsetzen wird. Genauso wenig wie er die Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) Zyperns anerkennt und dort Bohrungen ausführen lässt, wird er wahrscheinlich demnächst Bohrungen in der griechischen AWZ ausführen lassen. Die Frage, ob es deshalb zu einem Krieg kommt, hängt davon ab, wie sich Griechenland verhält: bietet es der Türkei Verhandlungen an oder nicht. Und es hängt auch davon ab, wie sich die EU und vor allem die USA positionieren. Schließlich sind Griechenland und die Türkei NATO-Mitglieder. Da sollten die großen NATO-Länder vermittelnd eingreifen.“ weiterlesen

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