Kritik an DiEM25 des Yanis Varoufakis

Yanis VaroufakisKritik von Andreas Wehr in der Jungen Welt:
http://www.jungewelt.de/2016/02-16/069.php
und von Martin Höpner auf der Netzseite von Heiner Flassbeck
http://www.flassbeck-economics.de/diem25-was-helfen-uns-jetzt-die-vereinigten-staaten-von-europa/

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6 Antworten zu Kritik an DiEM25 des Yanis Varoufakis

  1. kokkinos vrachos schreibt:

    Kalimera, zwei weitere kritische Artikel über den Versuch der Neugründung der europäischen Sozialdemokratie als „Bewegung von unten“ unter dem Label DIEM25.
    Varoufakis in Berlin
    https://linksunten.indymedia.org/de/node/168572

    Mehr Gefahrengebiet. Weniger Blabla.
    Wenn die Frage steht, wo es derzeit hingehen soll, kann die Antwort nicht sein: Mit Janis Varoufakis in die Volksbühne. Gehen wir lieber mit allen, die noch Kraft haben, in die Kieze und Betriebe.
    http://lowerclassmag.com/2016/02/mehr-gefahrengebiet-weniger-blabla/#comment-13141

    vg, kv

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  2. Ruth Seliger schreibt:

    jaja, es lebe das Linkssektieretum! Anstatt die Gemeinsamkeiten in den Blick zu nehmen, wird Neid und Konkurrenz gepflegt. Super, die Rechten werden jubeln. Wie kann man nur so kurzsichtig sein?

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  3. kokkinos vrachos schreibt:

    Kalimera Ruth, ich bin auch keine Fan von diesen Abgrenzugen (die sind Arnachisten, das sind Kommunisten usw.). Bin auch der Meinung das man sich auf die Gemeinsamkeiten beziehen sollte. Gerade in einer Zeit wo wir eh so schwach sind.

    In diesem Fall, sehe ich aber kein Linkes-Sektierertum. Es handelt sich um eine sachliche Kritik von der Außerparlamentarischen Linken an einem Reformistischen Projekt, über den Versuch der Neugründung der europäischen Sozialdemokratie als “Bewegung von unten” unter dem Label DIEM25.

    „Programmatisch liest sich das, was der Talkshow-Dauergast und seine AkademikerfreundInnen vorzuschlagen haben, als wäre Papst Franziskus zum Keynesianismus konvertiert und hätte zusammen mit Claudia Roth und Bernie Sanders nach einer runde schlechtem Weed Buchtsaben auf eine Serviette gekotzt.“

    Wir wollen weder das kapitalistische/imperialistische Projekt EU weder den Kapitalismus reformieren noch Werbung für den Parlamentarismus. Wir wollen eine klassenlose Gesellschaft ohne Ausbeutung und Undrückung. Da kann es keine Gemeinsamkeiten geben. Sie sind Linksverteidiger des Kapitals.

    An dieser stelle möchte ich dich an das Zitat von Varoufakis vom 18.2.2015 aus dem Gurdian erinnern: „Als »Marxist« müsse man heute alles daran setzen, den Kapitalismus zu stabilisieren, weil sonst die extreme Rechte profitieren würde. »Wenn das bedeutet, dass wir es sind, die brauchbar erratischen Marxisten, die versuchen müssen, den europäischen Kapitalismus vor sich selbst zu retten, dann sei es so.“ Hier die Original-Quelle: Yanis Varoufakis: How I became an erratic Marxist, The Guardian, 18.2.2015, online: http://www.theguardian.com/news/2015/feb/18/yanis-varoufakis-how-i-became-an-erratic-marxist

    Und einem Interview mit dem Ökonom Giannis Milios: Welche Rolle spielte Gianis Varoufakis bei der Suche nach einer Lösung?
    Varoufakis ist ein liberaler Clown. Der meint, weil wir eine Krise haben, gibt es keinen Klassenkampf mehr, weil wir eine Krise haben, sind die Interessen von Unternehmern und Arbeitern gleich. Ein solcher Politiker hat mit der Linken wenig zu tun. Giannis Milios (63) ist Ökonom und Marxist https://www.jungewelt.de/2015/09-25/013.php

    Immer wieder gerne empfehle ich auch den Text von crimethinc: Syriza kann Griechenland nicht retten – Warum keine Wahl aus der Krise herausführt
    http://crimethinc.blogsport.de/2015/03/11/syriza-kann-griechenland-nicht-retten/

    vg, kv

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  4. Hermann Gebauer schreibt:

    Beide Kritikseiten (Andreas Wehr, Junge Welt und Martin Höpner) haben Angst vor dem „Teufel“: Einer demokratischen, weltbürgerlichen, humanistischen Bewegung, die die fossilen politischen und ökonomischen Strukturen seit 150 Jahren versucht zu überwinden.

    Die LINKE kann einfach nicht das Parteidenken ablegen, d.h., dass zivilgesellschaftliche Bewegungen (Volkssouveränität mit horizontalen Entscheidungsstrukturen) die politischen Seilschaften und deren Machtansprüche zurückdrängen könnten. Ein Parlament von Partei-Unabhängigen ist für sie undenkbar, ist des Teufels: „Kann denn ein Volk überhaupt auf seine politischen Eliten und Avantgarden verzichten, die jahraus, jahrein Kärrnerarbeit für die Partei verrichten und schließlich ihre Privilegien sauer verdienen?“ Nein, politische Parteien werden ihre Privilegien und Machtansprüche gegenüber dem Volk in der Geschichte und überall auf der Welt mit Klauen und Zähnen verteidigen. Und das in alle Ewigkeit, es sei denn, die Zivilgesellschaften machten diesem Spuk endlich ein Ende und treiben die Errungenschaften der Aufklärung und der universalen Menschenrechte weiter voran.

    Was die kleinkrämerischen deutschen Ökonomen anbelangt, ich kenne sie, habe mit ihnen studiert und ihren Konformismus schon während der Studentenrevolte in meiner eigenen Volkswirte-Fachschaft bestens erfahren. Sie haben immer etwas zu mäkeln, müssen sich elitärisch, besserwisserisch geben und jeweiligen ökonomischen Moden andienen. Das wirklich freiheitliche Denken und Handeln geht ihnen in den Elfenbeintürmen ab. Sie sind ja ebenfalls die Privilegierten der Republik und werden von ihr bezahlt. Sie haben kein Verständnis für eine radikale Abwendung vom kapitalistischen System, was selbstverständlich nur in Etappen und über die Einführung der Solidarwirtschaft mit tatsächlicher demokratischer Partizipation der Produzenten gelingen kann.

    Was den Vorschlag von Varoufakis und Freunden heutzutage „revolutionär“ macht, wie gesagt, ich las ihn erst jetzt, ist auch seine nicht-präzisierte Form, wie genau sich die Basisbewegungen politisch und ökonomisch von den Kommunen aufwärts bis auf staatliche und überstaatliche Ebene entwickeln sollten. Das ist eine Stärke des Vorschlages, keine Schwäche. Das Manifest kommt nicht im eisernen, elitären Gewand daher, sondern überlässt es Tausenden von Basisinitiativen, wie sie sich schließlich zusammenraufen. Das kann nur durch einen „trial and error“-demokratischen-Prozess gelingen, nicht durch feste Vorgaben. Bestes Beispiel ist die Anti-TTIP-Initiative, die dezentral und europaweit die Menschen in einem Ziel vereinigte. Soweit sind europäische linke Parteien und Gewerkschaften nie gekommen. Da läuft es womöglich einem LINKEN-Parteiarbeiter eiskalt über den Rücken, dass zivilgesellschaftliche Bewegungen den Parteien den Garaus machen könnten. Unser bundesdeutsches Parteiensystem seit 1945 ist das beste Beispiel dafür, wie Demokratie und Volkssouveränität durch politische Parteien usurpiert und zertrampelt wurden. Bis jetzt haben wir keine Volksabstimmungen auf nationaler Ebene, obwohl doch in der Verfassung vorgesehen. Bis jetzt haben wir nicht einen einzigen Unabhängigen im Bundestag. Bis jetzt haben die BT-Parteien als Einzige das Privileg, Millionen-Knete aus öffentlichen Kassen für ihre Stiftungen zu bekommen, während andere politisch arbeitende zivilgesellschaftliche Organisationen in die Röhre gucken müssen. Nein, Parteien-Herrschaft in D und EU muss durch Volkssouveränität gebrochen werden, um endlich die Demokratie Wirklichkeit werden zu lassen. Ich glaube, das haben Varoufakis und Andere begriffen, sowie auch die klassischen Gegner von und Angsthasen vor einer Basisdemokratie.

    Das Mögliche denken und unablässig versuchen, es auch tatsächlich möglich zu machen!

    Einmal Rebell, immer Rebell!
    Statt:
    Einmal Rebell, danach Konformist auf Lebenszeit, Hurra!

    Was anderes bleibt uns nicht im Leben, wenn wir wirklich Humanismus und Weltbürgertum Schritt für Schritt verwirklichen wollen. Zumindest unsere Kinder und Enkelkinder sollten wir dazu durch unser Beispiel ermutigen.

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  5. kokkinos vrachos schreibt:

    Kalimera Hermann, du schreibst „dass zivilgesellschaftliche Bewegungen (Volkssouveränität mit horizontalen Entscheidungsstrukturen) die politischen Seilschaften und deren Machtansprüche zurückdrängen könnten.“ Von horizontalen Entscheidungsstrukturen war bei der Gründungsversammlung von DiEM25 schon keine Spur.

    Ziel von DiEM25 ist es: „Demokratisieren wir Europa! Denn die EU wird entweder demokratisch sein, oder sie wird zerfallen!“ – Mit der Demokratie in den eigenen Reihen (bzw. deren Öffnung über einen kleinen Kreis von Stars und Sternchen hinaus) scheint es freilich noch nicht so ganz zu klappen: „Für das Publikum war kein Platz. Kurz vor Mitternacht wurden ein paar Fragen zugelassen, fünf Minuten lang. […]. Interessanter, als die Publicity-Veranstaltungen am Abend und am Morgen, war, was sich dazwischen in der Volksbühne abgespielt hat. Etwa 200 Interessierte diskutierten Fragen, die sich mit dem DiEM-Projekt stellen. Diese Versammlung war kaum öffentlich bekannt. Die Diskussionsrunden galten als „geschlossen“. Die Teilnehmer waren sozusagen handverlesen. Varoufakis and Friends. Ein fragwürdiges Verfahren, das nicht mit dem Anspruch auf Transparenz zusammenpasst.“

    Die Leute auf der Bühne von Diem25 tun so, als gäbe es in Europe in erster Linie ein Demokratieproblem. Auch die Sprechering von Blockupy hat nicht ein einziges Mal das Wort KAPITALISMUS verwendet. Insofern diskreditiert sich die Bewegung von anfang an selbst, wenn sie die Dinge nicht beim Namen nennt, geschweige denn irgendwie ins Auge fasst, den Kapitalismus abzuschaffen. Die Krise in Europa ist ja auch keine Demokratiekrise, es ist eine kapitalistische Krise, mit den Problemen der Ausbeutung, Umverteilung, Konkurrenz- und Standort“logik“.

    Wenn die Frage steht, wo es derzeit hingehen soll, kann die Antwort nicht sein: Mit Janis Varoufakis in die Volksbühne. Gehen wir lieber mit allen, die noch Kraft haben, in die Kieze und Betriebe.

    vg, kv

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  6. einsiedler schreibt:

    Hat dies auf europa2025 rebloggt.

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