Aktivitäten „auf der Straße“ zu den Wahlen in Griechenland
1. Einfache Form von „Straßentheater“:
„Maskenspiel“ zur sozialen Lage in Griechenland
6 – 8 Personen verkleiden sich:
Weiße Theatermasken (oder Halbmasken), weißes Bettlaken als „klassisch-griechisches Gewand;
Sie laufen getrennt voneinander, aber als zusammengehörig erkennbar zwischen den Menschen z.B. in einer Einkaufszone herum und sprechen hörbar kurze Texte, die von der humanitären Krise in Griechenland Betroffene sprechen könnten vor sich hin:
Beispiele (Die jeweilige Person wiederholt im Herumlaufen ihren Satz):
Der Strom wurde uns abgestellt, weil wir die Steuern nicht mehr bezahlen können. Womit soll ich kochen?
Seit einem Jahr finde ich keine Arbeit. Ich musste Frau und Kind von 430 € ernähren. Ab nächsten Monat gibt es nichts mehr.
Wir haben keine Krankenversicherung mehr. Man schickt uns von Klinik zu Klinik.
Ich habe mein Leben lang gearbeitet. Jetzt wurde meine Rente gekürzt auf 300€.
Ich hatte ein kleines Schuhgeschäft. Die Steuern wurden erhöht, die Kunden blieben aus. Jetzt muss ich das Geschäft aufgeben.
Ich bin Ärztin, 1o Stunden Arbeit täglich im Krankenhaus. An meinen freien Tagen helfe ich in einer solidarischen Klinik unversicherten Kranken, ohne Bezahlung.
Ich bin 24 Jahre alt, habe eine gute Ausbildung, bekomme aber keine Arbeit, wie jeder 2. hier. Ich bin jeder zweite.
30% von uns Griechen hat keine Krankenversicherung mehr. Ich bin jeder dritte.
Nach ein paar Minuten versammeln sich „die GriechInnen“:
Jede/r spricht laut seinen Satz, der „Griechische Chor“ wiederholt den Satz
Während „die Griechen“ herumgehen verteilen andere Flugblätter
2. Umgetextetes Lied „Griechische Sonne“
nach dem Original von Udo Jürgens: Griechischer Wein
Neuer Text: Jürgen Fuchs, Gertrud Schmidt, Gerd Bock. http://www.attac-bremen.de. 1.15
Europas Führung aufgeschreckt nur nach Athen noch blickt,
wo’s kein Erspartes gibt, nicht Arbeit und kein kleines Glück,
und die uns sagt: die Griechen sind doch selber schuld.
Was sie verschweigen, wenn sie sagen: faules Griechenland,
wenn Deutschland Export-Überschüsse macht, wie wohlbekannt,
es doch nur geht, wenn andre Länder Schuldner sind.
Griechische Sonne,
die scheint so hell und klar und bringt es an’s Licht,
wie schändlich diese Politik des Kapitals
die kleinen Leut’ geknechtet hat.
Nicht zu verzeih’n!
Die reichen Reeder, die dort niemals ihre Steuern zahl’n;
korrupte Politik gab es bisher bei jeder Wahl,
zum Schutz vom internationalen Kapital.
Man fürchtet, dass das Volk sich wehrt und abwirft diese Last.
Man ahnt, dass dieses Volk sich Glück und Arbeit wieder holt
durch diese Wahl und abwählt alle Korruption.
Griechische Sonne,
die scheint so hell und klar und bringt es ans Licht,
wie schändlich diese Politik des Kapitals
die kleinen Leut’ geknechtet hat.
Nicht zu verzeih’n!
Wenn dann das Volk das Sagen hat im schönen Griechenland,
dann braucht’s kein Rettungsfond, nicht Troika und Eurozwang,
und jeder hat hier Arbeit für ein kleines Glück.
Und dann erzählen wir von grünen Hügeln, Meer und Wind
und von den Inseln wo wir Deutschen gern im Urlaub sind,
und bald denkt keiner mehr daran wie schlimm es war.
Griechischer Wein
und die altvertrauten Lieder, komm schenk noch ein,
denn ich seh’ die Zukunft wieder, und dieses Land
wird voller Stolz und Freude sein.
Komm schenk noch ein.

