Die größte Neuigkeit betrifft die Absetzung des Chefs der Küstenwache, Vizeadmiral Trífon Kondisás, die am 23.3.2026 verkündet wurde. Griechische Menschenrechtsgruppen hatten seine Entlassung seit dem Mai letzten Jahres gefordert, als gegen ihn wegen des Pylos-Verbrechens ermittelt wurde. Er hatte in der verhängnisvollen Nacht Dienst gehabt. Damals war er zwar in leitender Position, aber noch nicht Chef der Küstenwache. Auch gegen Giorgos Alexandrakis, der zum damaligen Zeitpunkt Chef der Küstenwache war, wird wegen des Pylos-Verbrechens ermittelt.
Man kann vermuten, dass Mitsotakis ihn seines Postens entheben ließ, um von den vielen anderen seiner Skandale abzulenken.
Aus Anlass der Teilnahme an einer Veranstaltung in Berlin zum Pylos-Verbrechen interviewte die Frankfurter Rundschau die Pylos-Rechtsanwältin Eleni Spathana (s.u.)
Von Pitt von Bebenburg, Frankfurter Rundschau 25.03.2026:
„Geflüchtete vor Griechenland: Katastrophe von Pylos „war kein tragischer Unfall“
Anwältin Eleni Spathana spricht über die tödlichen Praktiken der griechischen Küstenwache und den Kampf Geflüchteter um Gerechtigkeit. Ein Interview.
Vor der griechischen Insel Pylos ertranken im Juni 2023 vermutlich 600 Menschen, als der Kutter „Adriana“ sank. Die griechische Küstenwache hatte das defekte Schiff 15 Stunden lang beobachtet, statt einzugreifen, wie Menschenrechtsorganisationen recherchiert haben. Eleni Spathana ist als Rechtsanwältin für die NGO „Refugee Support Aegean“ tätig und vertritt in einer Nebenklage Überlebende des Unglücks.“
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