
Die Apologeten des internationalen Kapitals feiern ein griechisches „Wirtschaftswunder“. Sie haben dem Land das Prädikat „Investment Grade“ (Kreditwürdigkeit) verliehen. D.h. es lohnt sich wieder für die Reichen der Welt, ihren Reichtum in Griechenland zu vermehren, Kyriakos Mitsotakis ist stolz wie Bolle. Und wie geht es den Griechinnen und Griechen?
Efsyn.gr 20.08.25 (1):
„Eurostat: Jeder fünfte Mensch in Griechenland ohne notwendige Gesundheitsversorgung
21,9 % der Griechen über 16 Jahre konnten 2024 nicht die notwendige medizinische Versorgung erhalten. Schuld waren finanzielle Einschränkungen, zu lange Wartelisten oder zu große Entfernungen zu den Gesundheitsanbietern.
Eurostat deckt hinter den offiziellen Regierungsdarstellungen die tatsächliche Lage auf – wie bei der Inflation und der Teuerung (2), so auch bei dem entscheidenden Thema der Gesundheit.
Die am Mittwoch veröffentlichten Daten zeigen: Griechenland liegt in der EU im Jahr 2024 an erster Stelle bei ungedecktem Bedarf im Gesundheitsbereich – fast das gesamte Jahr über war Adonis Georgiadis Gesundheitsminister.
Laut Eurostat konnten Betroffene aus drei Hauptgründen keine Behandlung bekommen (2):
- finanzielle Hindernisse
- überlange Wartezeiten
- große Entfernungen
Mit 21,9 % ungedeckten Bedarfes liegt Griechenland weit über dem EU-Durchschnitt von 3,6 %. Den zweiten Platz belegt Finnland mit 12,4 %, gefolgt von Estland mit 11,2 %. Am niedrigsten sind die Werte in Zypern (0,1 %), Malta (0,5 %) und Tschechien (0,6 %), was den gewaltigen Abstand zu anderen EU-Ländern verdeutlicht.
Menschen von Armut bedroht: Die schwächsten Glieder der Gesellschaft sind in Griechenland noch schwächer.
In der EU berichten 6,0 % der armutsgefährdeten Menschen über unerfüllte medizinische Bedarfe. Bei den übrigen sind es nur 3,2 %, also eine Differenz von 2,8 %.In Griechenland beträgt diese Lücke 12,7 % – europaweit der höchste Wert. Rumänien und Lettland folgen an zweiter und dritter Stelle.
Mehr als 32 % der armutsgefährdeten Griechen konnten notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten. Diese Zahlen zeigen die tragischen Schwächen des Nationalen Gesundheitssystems – die Regierung hatte versprochen, es zu verbessern, sobald sie gewählt wurde.
Sie widerlegen aber auch die Aussagen von Herrn Georgiadis, der zuletzt schrieb:
„Das öffentliche Gesundheitssystem entwickelt sich Tag für Tag zum Besseren. Unser Ziel bleibt, den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen.“
Statt Lösungen zu finden, verschlechtert sich die Lage weiter:
- Es gibt immer mehr Verzögerungen bei der Patientenversorgung.
- Kliniken sind unterbesetzt.
- Das Personal leidet unter Erschöpfung und niedrigen Gehältern.
- Die Infrastruktur wird vernachlässigt.
- Selbst Aufzüge in Krankenhäusern sind für Mitarbeitende und Patienten gefährlich.“
Anmerkungen
(3) https://ec.europa.eu/eurostat/en/web/products-eurostat-news/w/ddn-20250820-2

