Kasselakis: der beleidigte Freund des Kapitals

Kasselakis will sich von Tsipras nichts mehr zeigen lassen

Kasselakis benimmt sich wie ein beleidigter König. In einer Woche wird es beim Treffen des Zentralkommitess zu einem Showdown innerhalb von Syriza kommen – nicht das erste Mal. Es geht eigentlich immer um den selben Konflikt. Kasselakis benimmt sich, als ob die Partei sein Besitz wäre, er allein alles bestimmen könne. Dagegen rebellieren Teile von Syriza, andere Teile spielen den immer folgsamen Hofstaat des Königs. Kasselakis hat gerade – wie so – oft Kritiker rausgeschmissen oder herausgeekelt. Er schasst alle, die ihm nicht gehorchen. Da der Ex-König Alexis Tsipras ihm nicht zujubelt, wandte er sich gerade frontal gegen ihn: Er forderte Tsipras mit aggresiver Rhetorik auf, gegen ihn als Vorsitzenen der Partei zu kandidieren – oder ihm zukünftig nur noch zu huldigen.
Warum fühlte er sich von Tsipras verraten? Weil der die plötzliche Einstellung der Zeitung „Morgenröte“ als Tageszeitung (am 22.Juni) nicht öffentlich unterstützt hatte. „Avgi“ (=Morgenröte) hatte seit 1952 existiert – nur mit einer Unterbrechung 1967-1974, als die Junta sie verboten hatte.

Die gerade bekannt gewordene Besetzung des neuen Syriza-Think-Tanks zur Wohnungspolitik (s.u.) zeigt uns, wohin die Reise des Kasselaki geht: Er macht aus Syriza eine TikTok Nea Dimokratia, eine modernisierte Partei des Kapitals.

efsyn 29.06.24:
„Der SYRIZA-P.S. Think-Tank zur Wohnungspolitik wurde mit 4 Wissenschaftlern gegründet. Sie alle haben gemeinsam, dass sie beruflich mit dem Immobiliensektor und den Banken zu tun haben! Muss man noch mehr hören?

Einer ist Planungsingenieur für private und öffentliche Bauprojekte aller Größenordnungen und arbeitet im privaten Sektor, ein anderer ist Bankanalyst mit Erfahrung im Risikomanagement, ein weiterer ist Finanzanalyst und Experte für den Immobiliensektor und hat Verbindungen zur Bank von Griechenland, der EU und dem IWF. Ein weiteres Mitglied arbeitete in der Immobilienverwaltung einer Investmentgesellschaft.

Ich frage mich, wo all die Stadtplaner, Sozialgeographen und Fachforscher für Stadt- und Wohnungsfragen geblieben sind?“

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