Kreditwürdig durch Armut

Die Apologeten des internationalen Kapitals feiern ein griechisches „Wirtschaftswunder“. Sie haben dem Land das Prädikat „Investment Grade“ (Kreditwürdigkeit) verliehen. D.h. es lohnt sich wieder für die Reichen der Welt, ihren Reichtum in Griechenland zu vermehren, Kyriakos Mitsotakis ist stolz wie Bolle. Und wie geht es den Griechinnen und Griechen?

tvxs.gr 15.12.2024:
Neue Daten zur Verarmung Griechenlands
Wie im Jahr 2021 liegt Griechenland beim Pro-Kopf-BIP (Bruttosozialprodukt) auf dem vorletzten Platz in der EU.
Nach den neuen Eurostat-Daten für 2022 liegt unser Land 33% unter dem europäischen Durchschnittseinkommensniveau.
Nur die Bürger Bulgariens stehen noch schlechter da als Griechenland, das von allen anderen Ländern des ehemaligen kommunistischen Blocks übertroffen wird. Und das, obwohl sie der EU erst viel später beigetreten sind und in Bezug auf das Wirtschaftswachstum und das BIP von einer viel niedrigeren Position aus gestartet sind.
Eine ähnlich niedrige Position gibt es auch beim individuellen Verbrauch im Jahr 2022, der als Kriterium für Wohlstand gilt. Griechenland liegt auf Platz 25, während es bei einer Reihe anderer Indikatoren, von Wohnungsproblemen bis hin zum Gesundheitssystem, noch schlechter dasteht.

Nicht befriedigter Bedarf an medizinischer Untersuchung. Gesamt-Prozentsatz der nicht durchgeführten Untersuchungen (dunkelblau). Bei Personen mit mittleren und höheren Einkommen (gelb), bei Armen und Armutsgefährdeten (hellblau).
EE: EU-Durchschnitt

Der obigen Tabelle des Europäischen Statistischen Amtes (Eurostat) über den Zugang zu medizinischen Untersuchungen ist zu entnehmen, dass auf EU-Ebene 3,3 % der Menschen nicht in der Lage waren, sich den notwendigen medizinischen Untersuchungen zu unterziehen, während die Quote in Griechenland mit 16,7 % bei weitem am höchsten war.

„Griechenland gehört zur Gruppe der europäischen Länder, die bei allen Indikatoren für soziale Benachteiligung, Armut und soziales Elend am schlechtesten abschneiden“, kommentierte die Zeitung „Efsyn“ die Eurostat-Tabelle.

„Die Indexdaten spiegeln den unbefriedigten medizinischen Bedarf aus finanziellen Gründen, wegen langer Wartelisten oder Entfernungen wider. Während finanzielle Gründe auf Einkommensarmut hindeuten, deuten lange Wartelisten und große Entfernungen auf ein schlechtes öffentliches Gesundheitssystem hin.“

Natürlich sind nicht alle mit der Entwicklung im Lande unzufrieden.

Laut der jüngsten ausgezeichneten Untersuchung des ENA-Instituts hat es seit 2019 bis heute eine bemerkenswerte Umverteilung der inländischen Einkommen zugunsten der Gewinne und zu Lasten der Löhne gegeben.

Alle oben genannten Daten zeigen, dass die Aussage von Herrn Mitsotakis vom Oktober, dass „Griechenland jetzt eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Europa ist, mit wachsender Beschäftigung, sinkender Ungleichheit und verbesserten öffentlichen Finanzen“, ins Reich der Fantasie gehört….“

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