Tamino Wecker: Das Elend auf Lesbos und die Schande Europas

Der heute 16-jährige Sohn von Konstantin und Annik Wecker fuhr Ende 2015 mit seiner Mutter nach Lesbos, um dort ankommenden Bootsflüchtlingen zu helfen. Seine erschütternden Erlebnisse verarbeitete er in diesem Bericht:

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Molivos, Anfang Oktober 2015
Foto: Brian E. Janßen

„Geschrei. Das kleine Schlauchboot ist angekommen. Panisch hüpfen die Menschen heraus. Erleichtert, dass sie die 15 Kilometer weite Odyssee vom türkischen Festland zur Ostküste der Insel Lesbos überstanden haben, helfen sie ihren Familien und Freunden aus dem Boot. Unsere Aufgabe ist es, den Kindern, den Alten und den Behinderten zu helfen.

„Excuse me? Do you have clothing for my baby?“ fragt mich eine Frau mit ihrem gerade mal ein- bis zweijährigen Kind auf dem Arm. Das Kind zittert am ganzen Leib. Ich beschreibe ihr den Weg zur Kleidungsausgabe.

Ein Mann bittet mich, seinem Freund aus dem Boot zu helfen. Mit seinen Händen versucht er mir mitzuteilen, dass sein Freund blind ist. Ich helfe dem Blinden aus dem Boot und vergewissere mich, dass es ihnen gut geht. Eine junge Frau rennt weinend umher. Sie sucht ihr Kind, das sie im Gedränge verloren hat. Nach wenigen Minuten finde ich es – weinend. Nachdem ich es ihr zurück gebracht habe, sehe ich Erleichterung in ihren Augen. Mit ihren eingeschränkten Englischkenntnissen bedankt sie sich bei mir von Herzen.

Viele Geschichten wie diese spielen sich auf der griechischen Insel Lesbos und auf dem weiteren Leidensweg der Flüchtlinge durch Europa ab. Nicht alle diese Geschichten enden mit einem Happy End. Allein in den fünf Tagen, die ich dort verbracht habe, sind vier Menschen gestorben, darunter ein Kind. Es ist eine Insel voller Elend, und nur wenige fleißige freiwillige Helfer aus ganz Europa sind hier, um den Menschen zu helfen…“
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