Kai Diekmann legt die Bild weg, schaut auf sein Cello
und denkt an den Schlamassel in Griechenland.
Oh ihr Dumpfbacken! Seit Jahrzehnten Weltmeister im Steuerhinterziehn und nun pleite?! Ihr seid einfach unfähig.
Schaut aufs Großherzogtum:
Da fallen keine Kinder um im Unterricht, weil ihnen die Mutter mal wieder kein Essen vorgesetzt hat (griechische Mutterliebe, haha!).
Im Großherzogtum ist alles voll vom Feinsten (kann man echt gut Essen gehen). Da herrscht Effizienz, kein südlicher Schlendrian. Ergebnis: der Großherzog und seine Untertanen sind reich, richtig reich.
Und sein Juncker, ein so joviales, aalglattes Kerlchen, so ein geschickter Fiskus-Augen-Zuhälter, zum neidisch werden. Also dieser Juncker regiert jetzt die EU – unter Merkel freilich, was ihn wurmt. Und da hält er schon mal Händchen mit dem kleinen Aufsteiger aus Greece.
Nette Geste, man ist ja kein Unmensch.
Und nun wollen ausgerechnet diese Linken Geld. Diesmal wirklich. Sollen sich mal nicht so anstelln, ist immer mal was für Griechen abgefallen bei der Bankenrettungssause.
A propos, als ich neulich in Davos den Ex DB Jörg Ackermann traf, was haben wir da gelacht. Er musste das Merkelchen nicht mal übern Tisch ziehen, sie ist geradezu drüberweg in seine Arme gesprungen. Wenn das nicht komisch ist.
Und jetzt, wie gesagt, linke Griechen, diese Nervtöter. Die Vorigen haben uns wenigstens ne Menge Panzer abgekauft, aber was mussten wir die schmieren, Mannomann.
Bei den Jetzigen haben wir natürlich ein bisschen nachgeholfen, dass die jetzt so richtig pleite sind. „Dumm gelaufen“, wie meine kleine Miriam Moll vom Weserblättchen so richtig kommentierte.
Nu jammern sie, sie können ihre Beamten nicht mehr bezahlen. Da haben wir ihnen seit Jahren gepredigt: nicht bezahlen, entlassen!!!
Sollen sie doch froh sein. Jetzt geht’s viel leichter. Aber nein, die wollen doch Entlassene wieder einstellen, sind doch Linke und vor der Wahl versprochen. Nun wollen sie es wahrhaftig tun.
Man fasst sich an den Kopf und fragt sich, wie geil ist das denn?
Und Hilfe aus Brüssel? Klar, ein paar könnten die dort unterbringen, können immer welche gebrauchen. Die andern als Erntehelfer nach Brandenburg oder in die Schlachthöfe nach Niedersachsen, braucht man auch keine Sprachkurse für.
Und was heißt schon Staatsbankrott.
Wenn Varoufakis nicht mehr Motorrad fahren kann ohne Benzin, soll er doch zu Fuß gehen, der Popstar. Für ne Krawatte wird’s wohl noch reichen um sich dran aufzuhängen.
Nachgefühlt und -gelitten von Gerd Bock – März 2015

