Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leute,
hier für alle Fälle wieder eine aktuelle Materialsammlung zum Thema. Beste Grüße und ein schönes Wochenende
Bernhard (Thiesing)
Arte Journal hat den folgenden Beitrag unter Mitwirkung von Martin Klingner (AK-Distomo) gezeigt.
Für einen begrenzten Zeitraum ist der Film unter dem folgenden Link zu finden:
http://info.arte.tv/de/griechenland-deutsche-kriegsschulden
Beschämende Weigerung
»Zug der Erinnerung« fordert Begleichung deutscher Schulden gegenüber Griechenland. Bundesregierung und Deutsche Bahn mauern jedoch weiter
von Markus Bernhardt
–> http://www.jungewelt.de/2015/02-14/034.php
„Neues Deutschland“ vom Samstag, 14. Februar 2015, Seite 25
Die Blutspur der Mörder
Deutschlands Verbrechen in Griechenland: Massaker, Hungertod und Raub
Von Karlen Vesper
Griechenvolk, Königsvolk, verzweifeltes Volk« dichtete Paul Éluard am 9.
Dezember 1944, »Du hast nichts mehr zu verlieren als die Freiheit, als
die Liebe zur Freiheit, zur Gerechtigkeit und die unendliche Achtung vor
dir selbst.« Der französische Lyriker und Résistancekämpfer sah die noch
frischen Spuren deutscher Mordorgien in Hellas, erblickte den »Tod ohne
Mitleid«. Ergriffen besang er ein »verzweifeltes Volk, doch Volk der
Heroen, Hungerleidervolk, hungrig nach seiner Heimat«.
Wenn von Wehrmachtsverbrechen in Griechenland die Rede ist, wird zumeist
das Massaker von Distomo genannt, dem am 10. Juni 1944 (Tag des Mordens
auch in Oradour) 218 Dorfbewohner zum Opfer fielen. Doch es gab viele
weitere Orte, in denen Deutsche ein Blutbad anrichteten, deklariert als
»Vergeltung« für Aktionen der Volksbefreiungsarmee ELAS. Zum Beispiel
Kalavryta, eine Kleinstadt auf dem Peloponnes, wo am 13. Dezember 1943
die 117. Jäger-Division unter Generalmajor Le Suire 700 Einwohner
ermordete. Ein schwer verletzt Überlebender erinnerte sich: »Als die
Kirchenglocken läuteten, haben sie uns befohlen, uns alle in der Schule
zu versammeln … Und da fingen auch schon die Maschinengewehre an zu
rattern. Als alles vorbei war, kamen zwei, drei Soldaten mit Pistolen,
um jedem, der noch lebte, den Gnadenschuss zu geben, einem nach dem andern.«
Ein halbes Jahr zuvor, am 25. Juli 1943, waren 153 Männer, Frauen und
Kinder in Mousiotitsas von einem Regiment der 1. Gebirgsjägerdivision
unter dem Kommando des bayerischen Oberstleutnants Salminger
niedergemetzelt worden. Am 16. August 1943 massakrierten die
Gebirgsjäger in Kommeno 317 Menschen. Ein deutscher Tatbeteiligter gab
später zu Protokoll: »Überall lagen Leichen herum. Vor und in den
Häusern … Soviel ich aus dem Menschenleiberwirrwarr ersehen konnte,
dürften unter den Leichen viel mehr Frauen und Kinder gewesen sein, als
Männer.« Am 3. Oktober 1943 überfiel die »Kampfgruppe Dodel« Lyngiádes
und tötete 87 Dorfbewohner; Erbarmen gab es weder für den zwei Monate
alten Säugling noch den 100-jährigen Greis. Die Schlächterei wurde als
»Sühne« für den Tod des in eine Falle der Partisanen geratenen Salminger
ausgegeben.
Als Bundespräsident Gauck im vergangenen Jahr Lyngiádes aufsuchte, bat
er um Verzeihung – das war’s dann aber auch. Kein Wort über ungesühnte
Schuld, kein Wort zu den berechtigten Entschädigungsforderungen. Nicht
minder schlimm: So manche Äußerungen deutscher Politiker heute an die
Adresse Athens wecken böse Assoziationen. Im April 1943 meinte
Reichsaußenminister Ribbentrop, man müsse »zu brutalen Maßnahmen
greifen, wenn die Griechen sich überschätzen«. Und dass ihnen »mit
eiserner Hand gezeigt werden müßte, wer der Herr im Lande« sei. Womit
Hitlers Chefdiplomat einer Meinung mit Hitlers Generälen war. Eine
Weisung des Oberkommandos der Wehrmacht ordnete an, dass deutsche
Soldaten im widerständigen Griechenland »das Recht und die Pflicht
haben, selbst gegen Frauen und Kinder alle Mittel einzusetzen«. Kein
Deutscher sei »für Gewaltakte verantwortlich zu machen, weder in
disziplinarischer noch in rechtlicher Hinsicht«. Daran hat man sich in
der Bundesrepublik gehalten.
Der Historiker Hagen Fleischer zitierte in einem Aufsatz eine deutsche
Liste, die für den Zeitraum vom Juni 1943 bis September 1944 allein 25
435 getötete Griechen summierte, pro Tag 91 Ermordete. Der Professor an
der Universität Athen verwies sodann auf das ungewisse Schicksal der in
gleicher Liste aufgeführten 25 728 griechischen Gefangenen, die zur
Zwangsarbeit ins »Reich« deportiert worden sind und vielfach dort
starben. Zehntausende Griechen erlitten gleiches Los in
Konzentrationslagern. 60 000 griechische Juden verschlang die
»Endlösung«. Hinzu kamen ungezählte Hungertote; allein im Winter 1941/42
waren es 300 000. Ob der desaströsen Versorgungslage im ausgeplünderten
Land rafften Krankheiten und Seuchen Tausende hin. Der
dreieinhalbjährigen deutschen Okkupation fielen über eine Million
Griechen zum Opfer.
Griechenland stand zunächst nicht im Fokus der deutschen Welteroberer.
Hitler überließ seinem Kumpanen Mussolini das Nachbarland. Der schickte
seine Armee am 28. Oktober 1940 los, nachdem der griechische Diktator
General Metaxas die Kapitulation abgelehnt hatte; dessen
Antworttelegramm bestand aus nur einem Wort: »Ochi.« (Der »Nein-Tag« ist
in Griechenland Nationalfeiertag.) Obwohl zahlenmäßig überlegen,
scheiterte der »Blitzkrieg« der Italiener. Woraufhin die deutsche
Wehrmacht am 6. April 1941 (»Unternehmen Marita«) zeitgleich in
Jugoslawien und Griechenland einfiel.
Die Okkupationskosten, auf Hitlers Wunsch »Aufbaukosten« genannt,
mussten die Griechen selbst aufbringen; von allen deutsch besetzten
Ländern hatten sie pro Kopf die höchste finanzielle Last zu tragen.
Außer dem 1942 der griechischen Notenbank abgepressten Zwangskredit von
über 476 Millionen Reichsmark (der trotz damaliger vertraglicher
Regelung bis heute nicht zurückgezahlt wurde), ließ die deutsche
Okkupationsmacht fast die gesamte landwirtschaftliche und industrielle
Produktion Griechenlands ausführen und bediente sich obendrein reichlich
an den Rohstoffen. Die Spedition Schenker, Tochterunternehmen der
Reichsbahn, ergaunerte sich das Monopol für den Transport der Beute;
angesichts des profitablen Geschäfts seinerzeit sollte auch dieses
Unternehmen heute zur (Reparations-)Kasse gebeten werden.
In seinem Offenen Brief an Gauck vom März 2014 zählte Manolis Glezos
auf: »1770 Dörfer wurden in unserem Land niedergebrannt, mehr als 400
000 Wohnhäuser in Schutt und Asche gelegt … Bombardierungen,
Massenhinrichtungen, Hungertote, Opfer von Epidemien und der Rückgang
der Geburtenrate bewirkten einen dramatischen Bevölkerungsrückgang von
13,7 Prozent. Demgegenüber betrug der Bevölkerungsverlust der
Sowjetunion 10 Prozent, von Polen 8 Prozent und der von Jugoslawien 6
Prozent. Gleichzeitig erlitt Griechenland eine unsagbare ökonomische
Katastrophe: das Land wurde restlos ausgeplündert und seiner Reichtümer
beraubt. Archäologische Altertümer und Kunstschätze wurden gestohlen und
ins Reich abtransportiert.« Der 94-jährige ehemalige Partisan fordert
von Deutschland Reue – und zwar: »Aufrichtig und mit Taten!«
URL: https://www.neues-deutschland.de/artikel/961749.die-blutspur-der-moerder.html (nur mit Online-Abonnement, Dank an Harald Neuber)
Interview mit Eberhard Rondholz (vgl. u.a. http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2014/03/rondholz.pdf) im kretischen Radiosender 9,84 vom 13. Februar 2015 https://www.youtube.com/watch?v=xBtK0MshylU
Έμπερχαρντ Ρόντχολτς: Ηθική η υποχρέωση της Γερμανίας να καταβάλει τις αποζημιώσεις
„Αίσθηση προκάλεσε με τα όσα υποστήριξε ο γερμανός ιστορικός και δημοσιογράφος Έμπερχαρντ Ρόντχολτς μιλώντας από το Βερολίνο στον 9,84 για τις Γερμανικές αποζημιώσεις και το Γερμανικό αναγκαστικό κατοχικό δάνειο.
Όπως αποκάλυψε, παρότι όλες οι Γερμανικές κυβερνήσεις διαχρονικά υποστηρίζουν ότι με την συμφωνία της Βόννης από το 1960, έχουν κλείσει όλα τα θέματα αυτά, εντούτοις υπάρχουν επίσημα έγγραφα τόσο του Γερμανικού Υπουργείου Οικονομικών, όσο και του Γερμανικού ΥΠΕΞ που αποδεικνύουν ότι οι ελληνικές απαιτήσεις όχι μόνο έχουν νομική βάση, αλλά εκεί το Γερμανικό Κράτος έχει κάνει και τις δικές του εκτιμήσεις για το τι χρωστάνε στην Ελλάδα.
Μάλιστα σε κανένα ελληνικό έγγραφο δεν προκύπτει ότι η Ελλάδα έχει παραιτηθεί ποτέ από τις αξιώσεις της, παρά το κλίμα που επιχειρούν να διαμορφώσουν διαχρονικά οι Γερμανικές κυβερνήσεις στο γερμανό πολίτη ότι δεν υπάρχει καμία έννομη απαίτηση των Ελλήνων.
Ο κ. Ρόντχολτς μίλησε για την ηθική υποχρέωση της Γερμανίας να εξοφλήσει το χρέος της προς την Ελλάδα , την μόνη χώρα που εξακολουθεί να εξαιρεί από αυτό το θέμα.
Αίσθηση προκάλεσε και η αναφορά του στην υπόθεση Ρίχτερ και του Πανεπιστημίου Κρήτης, σχολιάζοντας ότι είναι απίστευτο να εξωραΐζεται η εικόνα του Γερμανού κατακτητή για τις θηριωδίες του στη Κρήτη.
Αναφέρθηκε τέλος στο κλίμα που επικρατεί στους Γερμανούς πολίτες για την Ελλάδα την νέα κυβέρνηση και την προσπάθεια μας να τερματιστεί η λιτότητα, σημειώνοντας ότι η πλειοψηφία των Γερμανών δυστυχώς διαμορφώνει στρεβλή εικόνα για τους Έλληνες από τα κυρίαρχα Γερμανικά ΜΜΕ“

