Bahn-Mitarbeiter weigern sich, „beim Transport von NATO-Panzern“ mitzuhelfen.

ThePressProject 04.04.2022:
„Wir fordern, dass das rollende Material der Eisenbahn unseres Landes nicht für den Transport von US-NATO-Arsenalen in die Nachbarländer verwendet wird. Wir verurteilen die Drohungen des Arbeitgebers gegenüber den TRAINOSE-Beschäftigten, die sich geweigert haben, sich an der technischen Sicherung der Lokomotiven zu beteiligen, die in diesen Tagen NATO-Panzer aus dem Hafen von Alexandroupolis transportieren“.

Seit etwa zwei Wochen wird auf die Arbeiter der Maschinenabteilung in Thessaloniki Druck ausgeübt, damit sie nach Alexandroupolis gehen, so die Informationen von der KKE-Zeitung Rizospastis, die berichtet, dass der Arbeitgeber zunächst vorschlug, welche Arbeiter gehen sollten, und ihnen, als er ihre Weigerung erhielt, sagte, sie sollten „das untereinander ausmachen“. Als sich wieder niemand bereit erklärte, „freiwillig“ zu gehen, übte er den Zwang aus und schickte einen Arbeiter mit der Qualifikation eines Elektrikers. Der Elektriker, der am Samstag, den 2.4. nach Alexandroupoli beordert wurde, teilte seinem Vorgesetzten deutlich mit, dass er mit der Verlegung nicht einverstanden sei, und betonte, dass die Eisenbahner nicht für den Transport von NATO-Kriegsmaterial in die Außenbezirke der Ukraine eingesetzt und zu Komplizen der Kriegsmaschinerie werden dürften, heißt es in der Veröffentlichung weiter.

Angesichts dieser Entwicklung forderten Gewerkschaften von Thessaloniki in ihren Resolutionen, dass die griechische Eisenbahn nicht am Transport von Kriegsmaterial beteiligt wird und dass die Drohungen gegenüber Arbeitnehmern, die sich weigern, dem Transport von NATO-Kriegsmaterial zuzustimmen, eingestellt werden.

In ihrer Entschließung fordern die Gewerkschaften der Arbeiter der chemischen Industrie Nordgriechenlands, der Privatangestellten des Verwaltungsbezirks Thessaloniki, der Angestellten der „Speedex“, der Bauarbeiter von Thessaloniki, der Arbeiter der Aufzugswartung, der Arbeiter der Telekommunikationsinformatik von Thessaloniki und der Arbeiter der Lebensmittel- und Getränkeindustrie von Zentralmazedonien, Metall- und Schiffbauindustrie von Zentralmazedonien:

„Keine Verwicklung unseres Landes in die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine, die für die Profite einiger weniger auf Kosten der Völker ausgetragen werden. Wir prangern die Drohungen der Arbeitgeber gegen TRAINOSE-Arbeiter an, die sich weigerten, an der technischen Sicherung der Lokomotiven teilzunehmen, die in diesen Tagen NATO-Panzer aus dem Hafen von Alexandroupolis transportieren, und wir fordern, dass das rollende Material unseres Landes nicht für den Transport von US-NATO-Arsenal in die Nachbarländer verwendet wird.

Es ist ein Hohn, wenn die Arbeitgeber sagen, dass „es euch egal sein sollte, was die Züge transportieren, es ist euer Job und ihr müsst gehen“, oder dass „der Vertrag des Unternehmens besagt, dass der Angestellte nach dessen Bedürfnissen bestellt wird“. Die Eisenbahner arbeiten für billige, qualitativ hochwertige Transporte für die Menschen und für Waren, die zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse genutzt werden, NICHT um Teil der Beteiligung des Landes an Plänen zu sein, die für die Menschen gefährlich sind, indem sie NATO-Kriegsmaterial in die Außenbezirke der Ukraine transportieren. Wir werden uns nicht mitschuldig machen, wenn die Kriegsmaschinerie durch die Gebiete unseres Landes rollt.

Echte Solidarität für das ukrainische Volk ist heute der Kampf für: Keine Nutzung der Eisenbahn für den Transport von Kriegsmaterial in fremde Länder. Die Rückführung der zu diesem Zweck ausgebeuteten Lokomotiven an ihre Basis. Keine Bedrohung der Eisenbahner, die sich weigern, dem Transfer von NATO-Kriegsmaterial aus unserem Land zuzustimmen.“
(Original auf griechisch)

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4 Antworten zu Bahn-Mitarbeiter weigern sich, „beim Transport von NATO-Panzern“ mitzuhelfen.

  1. Oian schreibt:

    Sorry, kann ich nicht nachvollziehen. Wie die Ukraine darüber denkt ist klar. Die brauchen Waffen ums ich zu verteidigen. Und jeder, der nicht liefert, unterstützt den Völkermord durch Russland. Ich bin sehr oft der Meinung, wie dieser Blog hier, aber in der Sache nicht.

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  2. georgbrzoska schreibt:

    Dass wir diesen Artikel über die Aktion der Bahn-Mitarbeiter posten, heißt nicht, dass wir den Standpunkt des Artikels teilen. Vielmehr möchten wir aufzuzeigen, dass in Hellas andere Positionen zur Besetzung der Ukraine durch die russische Armee existieren als in Deutschland, s.u.a. die verlinkten Artikel https://griechenlandsoli.com/2022/03/31/europaische-phalanx-gegen-russland-schwachelt-in-griechenland/ und https://griechenlandsoli.com/2022/03/18/die-pro-russische-stromung-in-griechenland/
    Leider verharmlosen manche Griech:innen diesen imperialistischen Krieg, andere rechtfertigen ihn sogar.

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  3. Andi schreibt:

    Antwort an Orian
    Ich möchte die Unterstellungen von Orian zurückweisen. Wieso unterstützt jemand, der aus pazifistsichen (Frieden schaffen ohne Waffen) oder auch religiösen Überzeugungen Waffenlieferungen in Krisengebiete ablehnt, den Völkermord Russlands. Das ist eine böse Unterstellung. Sind auch die Wehrdienstverweigerer – die gibt es sowohl in Russland, der Ukraine als auch in anderen westlichen Staaten Staaten – ebenfalls Unterstützer des Völkermords? Betrachtet Orian Russland, dies schließt seine Bevölkerung ein, als Völkermörder? Wiso macht er hier keine Unterscheidung zwischen dessen Bevölkerung und der Regierung, die ja die Interessen ihrer Kapitalisten (Oligarchen genannt) vertritt? Diese gibt es auch in den Staaten der westlichen „Wertegemeinschaft“. In Deutschland wurden sie zu Zeiten der „Volksgemeinschaft“ als Industriebarone bezeichnet. Führt man die Argumentation von Orian konsequent weiter, wären nicht auch die Staaten, die nur Waffen liefern und nicht ihre militärischen Mittel gegen Russland einsetzen (Flugverbotszone, Beteiligung am Krieg) ebenfalls Unterstützer des Völkermords? Dies ist jedenfalls die Argumentation der ukrainischen Regierung. Der ukrainischen Bevölkerung wäre nach meiner Meinung nicht damit gedient, wenn der militärische Überfall Russlands auf ihr Land in einem weltweiten Völkermorden endet. Kriegsgewinner wären wie immer die Industriekonzerne, vor allem in der Rüstungsindustrie, den Preis hätten alle Völker in Europa zu zahlen. Der Wettlauf von Aufrüstung, Truppenverlegungen und Drohgebärden gehört durchbrochen. .Waffenexporte bewirken das Gegenteil.
    Andi

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    • Oian schreibt:

      Moin Andi,

      die Argumentation von georgbrzoska kann ich nachvollziehen. Deine nicht.

      Was ohne Waffen passiert, haben wir die letzten Tage gesehen. Frieden ohne Waffen ist bei Putin naiv.

      Viele Grüße

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